Wie können nachhaltige Baustoffe und innovative Bauweisen die berufliche Ausbildung bereichern? Antworten gab es am 22. September 2026 auf dem „Markt der Möglichkeiten“ im Kompetenzzentrum für Nachhaltiges Bauen in Cottbus. Hier konnten unsere Auszubildenden innovative Materialien kennenlernen, mit herkömmlichen Baustoffen vergleichen und vor allem selbst praktisch ausprobieren.
Im Mittelpunkt standen nachhaltige und zukunftsorientierte Lösungen für das Bauwesen – von Basaltbewehrung und Klimapflaster über strohgedämmten Holzrahmenbau und Holznägel bis hin zu Lehmbaustoffen und kreislauffähigen Terrassen- und Fassadenelementen.
Nachhaltigkeit zum Anfassen
In denAusbildungshallen präsentierten fünf Fachunternehmen ihre Materialien, Produkte und Anwendungsmöglichkeiten. Dabei blieb es nicht bei theoretischen Informationen: Die Auszubildenden konnten die Baustoffe selbst bearbeiten, Verarbeitungstechniken ausprobieren und direkt mit den Experten über praktische Erfahrungen, Einsatzmöglichkeiten und die Zukunft des Bauens sprechen.
Deutsche Basalt Faser GmbH: Basaltbewehrung als Alternative zur Stahlbewehrung
Die Deutsche Basalt Faser GmbH zeigte den Auszubildenden die Unterschiede zwischen herkömmlicher Stahlbewehrung und Basaltbewehrung.
Die praktische Gegenüberstellung machte anschaulich, welche Eigenschaften alternative Bewehrungsmaterialien besitzen und welche Möglichkeiten sich durch ihren Einsatz im Bauwesen ergeben. Die Auszubildenden konnten sich unmittelbar mit dem Material auseinandersetzen und Fragen zur Verarbeitung und Anwendung stellen.
GODELMANN GmbH & Co. KG: Klimapflaster und Klimasteine
Die GODELMANN GmbH & Co. KG stellte Klimapflaster und Klimasteine vor und zeigte den fachgerechten Einbau dieser Lösungen.
Dabei ging es insbesondere darum: Wie können wir Städte so bauen, dass sie atmen und kühlen? Die Auszubildenden erhielten einen praxisnahen Einblick in die Verarbeitung und konnten sich mit den Anforderungen und Anwendungsmöglichkeiten von Klimasteins beschäftigen.
HALM: Strohgedämmter Holzrahmenbau
Ein weiterer Schwerpunkt war der strohgedämmte Holzrahmenbau. HALM zeigte, wie Stroh als natürlicher Dämmstoff im Holzbau eingesetzt werden kann und welche Möglichkeiten sich daraus für nachhaltige Bauweisen ergeben.
Die Auszubildenden erhielten dabei Einblicke in eine Bauweise, bei der nachwachsende Rohstoffe und Holzbaukonstruktionen miteinander verbunden werden.
BECK Fastening GmbH: Holznägel im Holzbau
Die BECK Fastening GmbH stellte die Verwendung von Holznägeln mit Druckluftnaglern im Holzbau vor.
Die Auszubildenden konnten die innovative Verbindungstechnik selbst praktisch ausprobieren und dabei erfahren, wie Holznägel verarbeitet werden. So wurde eine moderne Holzbautechnik direkt in der praktischen Anwendung erlebbar.
Lehmsteine, Lehmmörtel und Wiederverwendung
Der natürliche Baustoff Lehm stand im Mittelpunkt.
Die Auszubildenden mauerten mit Lehmsteinen und Lehmmörtel und konnten den Baustoff praktisch mit dem Kalksandstein vergleichen. Besonders interessant war die Möglichkeit, aus kaputten bzw. beschädigten Lehmsteinen und Lehmmörtel wieder neue Lehmsteine herzustellen.
Damit wurde das Prinzip der Wiederverwendung / Kreislaufwirtschaft unmittelbar praktisch erfahrbar und gezeigt, wie Materialien möglichst lange im Stoffkreislauf gehalten werden können.
Megawood – NOVO-TECH Trading GmbH & Co. KG zeigte Kreislauffähiges Bauen: Terrassen und Fassaden
Vorgestellt wurden Terrassen- und Fassadenelemente mit 100-prozentiger Wiederverwendung im Sinne des Cradle-to-Cradle-Ansatzes. Die Auszubildenden konnten praktische Installation ausprobieren und sich damit auseinandersetzen, wie Bauteile so entwickelt und eingesetzt werden können, dass sie nach ihrer Nutzung wiederverwendet und erneut in einen Materialkreislauf eingebracht werden können.
Damit wurde deutlich: Nachhaltiges Bauen bedeutet nicht nur, neue Materialien einzusetzen. Es geht ebenso darum, Ressourcen zu schonen, Materialien wiederzuverwenden und Bauprodukte von Anfang an im Sinne geschlossener Kreisläufe zu denken.
.Austausch zwischen Ausbildung, Wirtschaft und Praxis
Der „Markt der Möglichkeiten“ war zugleich eine Plattform für den Austausch zahlreicher Akteure aus dem Bereich der beruflichen Bildung und des Bauwesens.
Neben den Auszubildenden und den beteiligten Unternehmen, sowie Vetreter aus unseren Standorten in Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder), waren unter anderem Berufsschullehrer des Oberstufenzentrums Cottbus, Vertreter der Stadt Cottbus, der Berliner Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (BGZ), des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) sowie weitere Interessierte zu Gast.
Nachhaltigkeit als Teil moderner Ausbildung
Der „Markt der Möglichkeiten“ hat gezeigt, wie wichtig es ist, zukünftige Fachkräfte frühzeitig mit neuen Materialien, Technologien und Bauweisen vertraut zu machen.
Ein herzliches Dankeschön an alle beteiligten Unternehmen, Experten, Dozenten, Partner, Gäste und Mitarbeiter des BFW, die mit ihrem Engagement, ihrem Fachwissen und ihren Materialien zum Erfolg des „Marktes der Möglichkeiten“ beigetragen haben.
Das NBAU – Team + KOMZET Cottbus
….Fortsetzung folgt!
- Video YOUTUBE: zeigt die Verarbeitung von Basaltstäben zur Bewehrungsmatte


















